SONDERAUSSTELLUNG: HIMMELSTÜR
Das Hauptportal des Basler Münsters
Sonderausstellung vom 22. Oktober 2011 bis 22. April 2012

Sonderausstellung: FUNDSTÜCKE EINES LEBENS.
Der Komponist Evgenij Gunst

 

Im vergangenen Jahr wurde im Keller des Basler Musikwissenschaftlichen Instituts ein Komponisten-Nachlass entdeckt, der auf abenteuerliche Weise dorthin gelangt und über ein halbes Jahrhundert lang unbeachtet in vierzehn Paketen verstaut war. Es finden sich darunter musikalische Werke in Autograph und Druck, Skizzen, Briefe, Dokumente und Photos. Der Komponist heisst Evgenij Gunst (1877–1950), je nach Blickwinkel auch Eugen Gunst oder Eugène Gounst, denn er wurde als Sohn eines deutschstämmigen Vaters in eine reiche Moskauer Familie hineingeboren und starb als verarmter Emigrant in Paris. Gunst war ein angesehener Musiker und enger Vertrauter von Alexander Skrjabin, musste nach den Revolutionswirren 1920 nach Paris flüchten und baute dort das Russische Konservatorium mit auf. Aus dem allgemeinen Bewusstsein ist der Name Gunst heute aber ebenso vollständig gelöscht worden wie aus der offiziellen Musikgeschichte.

Ein Lebensweg und seine durch Zufall in den Blick der Öffentlichkeit getretenen Spuren sollen in einer Ausstellung lebendig werden, die von Studierenden des Musikwissenschaftlichen Instituts mitgestaltet wird: Was können uns biographische Fundstücke heute noch zeigen – und was vermögen sie nicht zu erzählen? Haben die vierzehn Pakete einen Adressaten – und wie suchen sie den Dialog mit unserer geschichtlichen Erfahrung? Die Ausstellung will den vielen Gesichtern eines Menschenlebens nachspüren, indem sie nach seinen Erinnerungen und seinem Vergessenwerden fragt. Ein Lebensweg und seine durch Zufall in den Blick der Öffentlichkeit getretenen Spuren sollen in einer Ausstellung lebendig werden, die von Studierenden des Musikwissenschaftlichen Instituts mitgestaltet wird: Was können uns biographische Fundstücke heute noch zeigen – und was vermögen sie nicht zu erzählen? Haben die vierzehn Pakete einen Adressaten – und wie suchen sie den Dialog mit unserer geschichtlichen Erfahrung? Die Ausstellung will den vielen Gesichtern eines Menschenlebens nachspüren, indem sie nach seinen Erinnerungen und seinem Vergessenwerden fragt.

Vernissagekarte zur Sonderausstellung «Fundstücke eines Lebens. Der Komponist Evgenij Gunst»