Textur
Freitag, 30. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Romane und Romanzen
Veranstalter: Ars vivendi – Life as Art (AvLaA)
Veranstaltung: TEXTUR Festival – Konzert Gregor auf dem Stein
Ensembles Leones & TEXTUR
Marc Lewon, Baptiste Romain / Angélique Greuter, Alessandro Tardino
Erzähler: Christian Sutter
Dauer: 90 Min.
Gregor auf dem Stein zeigt die faszinierende Kraft von alten Erzählungen, die – wie Ableger eines geheimnisvollen Gewächses – in weit auseinanderliegenden Epochen wieder zum Leben erwachen.
Hartmann von Aue etablierte im 12. Jahrhundert den höfischen Roman im deutschen Sprachraum, wobei er den Stoff seiner Werke meist von französischen Vorbildern übernahm, darunter die berühmte Artussage des Chrétien de Troyes. Sein
Roman Gregorius nimmt legendenhafte Themen auf und dient als Lehrbeispiel für psychische Stärke, Selbstvergebung und Glauben.
Im ersten Teil des Konzerts tragen Marc Lewon und Baptiste Romain (Ensemble Leones) Minnelieder unter anderem von Hartmann von Aue, Rudolph von Fenis-Neuenburg und Walther von Klingen vor und entführen das Publikum in das Universum der höfischen Lyrik des 12. Jahrhunderts.
Im zweiten Teil vollzieht das Programm einen Sprung in die Moderne. Der Stoff von Hartmanns Gregorius wird in zwei eindringlichen Neufassungen dargebracht: der Ballade von Carl Loewe (1834), welche dem Abend seinen Titel gibt, gesungen von Angélique Greuter und am historischen Blüthner-Flügel begleitet von Alessandro Tardino, und Thomas Manns Roman Der Erwählte (1951), dem Christian Sutter seine Stimme leiht. Für dieses polymorphe Programm, das Angélique Greuter eigens für das Festival entwarf, versammelte sie hochkarätige Musiker der Schola Cantorum Basiliensis und der Basler Hochschule für Musik, die alle eine internationale Konzerttätigkeit haben.
Ticketverkauf: www.textur-festival.ch
Preise: CHF 30.- / CHF 15.- ermässigt
MONDRIAN ENSEMBLE
SAISON 2026 – 2027
Donnerstag, 5.11.2026, 19:30 Uhr
Programm #1 — SIGNS, GAMES AND MESSAGES
Inhalt:
Programm
Konzertbeschrieb
Biographien
PROGRAMM #1
Johann Sebastian Bach
Ricercare a 3 aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079 7’
György Kurtág (*1926)
Signs, Games and Messages für Streichtrio (1989-2005) 23’
Friedrich Cerha (1925-2023)
9 Bagatellen (2008) 15’
Ludwig van Beethoven
Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3 24′
Mondrian Ensemble
Ivana Pristašová Zaugg – Violine
Petra Ackermann – Viola
Martin Jaggi – Violoncello
KONZERTBESCHRIEB
Das Streichtrio gehört zu den anspruchsvollsten Besetzungen der Kammermusik: Drei Stimmen, keine Verdoppelung, vollständige Transparenz. Was diese Konstellation fordert, macht sie zugleich einzigartig – eine Unmittelbarkeit des Klangs, die im Großen nicht zu finden ist. Das Mondrian Ensemble stellt in diesem Programm vier Werke nebeneinander, die von Bach bis Cerha reichen und zeigen, wie unterschiedlich Komponisten aller Epochen auf die konzentrative Kraft dieses Mediums geantwortet haben.
Das Ricercare a 3 aus Bachs Musikalischem Opfer BWV 1079 eröffnet den Abend – und damit einen Dialog, der sich durch das gesamte Programm zieht. Entstanden 1747 auf einem Thema Friedrichs des Großen, ist das dreistimmige Ricercare eine der vollkommensten Fugendichtungen des Barock: streng im Denken, innig im Ausdruck. In der kammermusikalischen Aufführung tritt ihre menschliche Wärme besonders deutlich hervor.
Den zeitgenössischen Kern des Programms bilden György Kurtágs Signs, Games and Messages und Friedrich Cerhas 9 Bagatellen. Kurtágs über Jahrzehnte gewachsener Zyklus von Miniaturen vereint Lakonie mit emotionaler Tiefe – jedes Stück ein einzelner, präziser Gedanke. Cerhas Bagatellen von 2008, entstanden am Ende eines langen Lebens in der Wiener Moderne, sind von ähnlicher Verdichtung: neun Charakterstücke, die aus einer unverwechselbaren Tonsprache schöpfen. Den Abschluss bildet Beethovens Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3 – eines der leidenschaftlichsten Werke aus seinem Frühschaffen. Das c-Moll steht bei Beethoven für existenzielle Ernsthaftigkeit; schon hier verleiht er dem Genre eine sinfonische Wucht und formale Kühnheit, die das Streichtrio neu definiert. Als Gesprächspartner Bachs am anderen Ende des Programms macht das Werk deutlich, wie lebendig diese Tradition bis heute geblieben ist.
Friedrich Cerha (1926–2023) war ein bedeutender österreichischer Komponist und Dirigent, der am 17. Februar 1926 in Wien geboren wurde und am 14. Februar 2023 ebenda verstarb. International bekannt wurde er insbesondere durch die Fertigstellung des dritten Akts der Oper Lulu von Alban Berg, deren Uraufführung in der vollständigen Fassung 1979 an der Pariser Oper stattfand. Cerha galt als wichtige Persönlichkeit der zeitgenössischen Musik und prägte das kulturelle Leben Österreichs massgeblich.
György Kurtág (*1926) ist ein hochangesehener ungarisch-französischer Komponist, Pianist und Kammermusiklehrer. Er gilt neben György Ligeti und Péter Eötvös als der international erfolgreichste ungarische Komponist nach 1945. Kurtág ist bekannt für seine konzentrierten, oft aphoristischen Werke, die eine tiefe emotionale Intensität besitzen und einen bedeutenden Platz in der zeitgenössischen klassischen Musik einnehmen.
Das Mondrian Ensemble
Als „kühne Brückenbauer*innen“ wurden die Musikerinnen des Mondrian Ensembles in der Laudatio bezeichnet, als sie 2018 den Schweizer Musikpreis erhielten. Fäden zu spinnen, die sich ohne Rücksicht auf gewachsene Gräben durch die Musikgeschichte ziehen, die Auseinandersetzung mit neuer und neuester Musik ist den Musikerinnen ein ebenso wichtiges Anliegen wie die Beschäftigung mit dem klassisch- romantischen Repertoire. Zudem überschreiten die vier Musikerinnen gern den Rahmen der Kammermusik, hinaus zur Improvisation, dem Tanz- und Musiktheater und der elektronischen Musik.
Gegründet im Jahr 2000 in Basel hat das Mondrian Ensemble im Jahr 2020 sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert. Das Mondrian Ensemble, mit Ivana Pristašová (Violine), Petra Ackermann (Viola) und aktuell wieder mit einem seiner Gründungsmitglied, dem Cellisten Martin Jaggi, hat einen wertvollen Beitrag zum zeitgenössischen Musikschaffen geleistet und zahlreiche Werke uraufgeführt. Besonders intensive Zusammenarbeit verbindet das Mondrian Ensemble unter anderem mit den Komponisten Dieter Ammann, Martin Jaggi, Detlev Müller-Siemens, Jürg Frey, Edu Haubensak, Jannik Giger, Klaus Lang, Germán Toro-Perez und Thomas Wally. CD-Aufnahmen bei Musiques Suisses, Tree in a Field, Neos, Wergo und col legno dokumentieren diese Arbeit.
Das Mondrian Ensemble kuratiert eine eigene Konzertreihe in der Schweiz und konzertiert regelmässig auf Bühnen und Festivals in ganz Europa. 2012 erhielt das Ensemble das Werkjahr für musikalische Interpretation der Stadt Zürich, 2015 wurde es in das Partnerschaftsprogramm der Fondation Nestlé pour l’art aufgenommen.
www.mondrianensemble.ch
www.youtube.com/mondrianensemble
www.facebook.com/MondrianEnsemble
Ivana Pristašová Zaugg ist Solistin und Kammermusikerin. Neben der klassischen Musik setzt sie sich intensiv mit zeitgenössischer Musik auseinander und brachte unzählige Werke zur Uraufführung. In Bratislava (Slowakei) erhielt sie ihren ersten Violinunterricht im Alter von sieben Jahren. Ihr darauffolgendes Violinstudium absolvierte sie am Konservatorium in Bratislava sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Michael Frischenschlager. Grosse Bedeutung in ihrer künstlerischen Entwicklung hatte für Ivana Pristašová die Begegnung mit Prof. Eugenia Tchougaeva, die sie über viele Jahre als Lehrerin betreut hat. Aus ihrer grossen Leidenschaft für die Kammermusik heraus gründete sie schon während ihrer Studienzeit mehrere Kammermusikformationen, unter anderem das opera aperta ensemble in Bratislava und später das Trio Eis in Wien mit Petra Ackermann, Bratsche und Roland Schueler, Cello. Von 2000 bis 2009 war sie Konzertmeisterin der Kammersolisten Bratislava, die unter ihrer Leitung viele erfolgreiche Konzerte absolvierten. Ivana Pristašová arbeitete von 2002 bis 2007 hauptsächlich mit dem Klangforum Wien in zahlreichen Projekten in ganz Europa zusammen. Heute ist sie Mitglied im Ensemble Phace contemporary music in Wien, das bei vielen bedeutenden Festivals auftritt. Seit 2007 leitet sie eine Violinklasse und das Ensemble für neue Musik KONStellation am Konservatorium in Innsbruck. Als Kammermusikerin spielte Ivana Pristašová mit bedeutenden Künstlern wie Benjamin Schmid, Robert Cohen, Vladimir Mendelssohn, Gottlieb Wallisch und Patricia Kopatschinskaja zusammen und arbeitete intensiv mit Komponisten wie Salvatore Sciarrino, Helmut Lachenmann, Georg Friedrich Haas, Enno Poppe, Bernhard Gander. Beat Furrer, Christoph Herndler, Pierluigi Billone, German Toro-Perez und vielen mehr.
Petra Ackermann wurde in Klagenfurt/Österreich geboren. Sie absolvierte ihr Studium bei Siegfried Führlinger an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien sowie an der Royal Academy of Music in London bei John White und Jan Schlapp (Barockviola). Entscheidend für ihre künstlerische Entwicklung war die Zusammenarbeit mit Garth Knox, bei dem sie in Paris zeitgenössisches Violarepertoire studierte. Petra Ackermann ist Widmungsträgerin zahlreicher Werke und hat mit bedeutenden Komponisten gearbeitet, wie z.B. Beat Furrer, Friedrich Cerha, Georg Friedrich Haas, Klaus Lang, Pierluigi Billone, Peter Maxwell-Davies, Pierre Boulez oder Jonathan Harvey. Als Solistin konzertierte sie mehrmals im Wiener Musikverein und im Wiener Konzerthaus. Sie wird regelmässig zu renommierten Festivals eingeladen, wie z.B. Wien Modern, Musikprotokoll Graz, Klangspuren Schwaz, Carinthischer Sommer, Salzburger Festspiele. Sie ist Mitglied im Trio Eis, im Ensemble Phoenix Basel, Ensemble PHACE contemporary music sowie in der Trioformation Noise Me Tender. Ausserdem war sie als Gastmusikerin im Klangforum Wien sowie im Ensemble Contrechamps tätig. Intensive Zusammenarbeit verbindet sie mit Musikern aus den Bereichen Jazz und elektronische Musik wie z.B. David Liebman, Wayne Horvitz, Elliott Sharp, James Blood Ulmer. 2009 erhielt sie den Förderpreis für Musik des Landes Kärnten, 2018 den Werkbeitrag des Aargauer Kuratoriums. Seit 2009 ist sie Mitglied im Mondrian Ensemble und wohnt mit ihrer Familie in Baden.
Martin Jaggi wurde 1978 in Basel geboren. Er spielt seit seinem 7. Lebensjahr Violoncello und erhielt seinen ersten Kompositionsunterricht von seinem Vater, dem Komponisten Rudolf Jaggi. Von 1995-96 studierte er bei Rudolf Kelterborn Komposition und von 1996-2000 Violoncello bei Reinhard Latzko sowie Komposition bei Detlev Müller-Siemens an der Hochschule für Musik Basel. Anschliessend studierte er bei Walter Grimmer an der damaligen Hochschule Musik und Theater Zürich (Konzertdiplom mit Auszeichnung 2002). Ergänzend besuchte er Meisterkurse bei Claude Starck, Colin Carr und Ivan Chiffoleau (Violoncello) sowie bei Marc-André Dalbavie und Helmut Lachenmann
(Komposition). 2004-06 schloss er ein Aufbaustudium für Komposition bei Manfred Stahnke an der Musikhochschule Hamburg an.
Im Zentrum seiner Arbeit als Interpret steht für Martin Jaggi seine Tätigkeit im Ensemble Phoenix Basel. Von 2000 bis 2013 war er Cellist im Mondrian Ensemble, das er mitbegründet hatte. Zudem ist Jaggi Solocellist der basel sinfonietta.
Am Anfang von Jaggis kompositorischer Laufbahn stand die Aufführung des Sahara-Zyklus im Rahmen des Europäischen Musikmonats 2001 in Basel. Seither folgten zahlreiche Kompositionsaufträge, u.a. vom Sinfonieorchester Basel, vom Luzerner Sinfonieorchester, vom Festival Archipel Genf, vom Musikfestival Bern, von Pro Helvetia, vom Ensemble Phoenix Basel, dem Collegium Novum Zürich, dem Münchener Kammerorchester dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik und von den Donaueschinger Musiktagen. Seine Werke wurden in zahlreichen europäischen und asiatischen Ländern sowie in den USA, in Kanada, Mexiko, Argentinien und Südafrika aufgeführt und von verschiedenen Radiostationen aufgezeichnet. Das Orchesterwerk «Trieb» und das Streichquartett «Gharra» wurden in die CD-Dokumentation «Grammont Sélection» mit herausragenden Schweizer Uraufführungen aufgenommen. 2015 erschien eine Portrait-CD beim Label Musiques Suisses/Grammont Portrait.
Seit 2016 unterrichtet er Interpretation Neuer Musik am Yong Siew Toh Conservatory of Music (National University of Singapore). Martin Jaggi lebt und arbeitet in Singapur und Basel.
Aktuelle Presseberichte Mondrian Ensemble
Das Mondrian-Ensemble hat sich in den letzten 20 Jahren einen festen Platz im Schweizer Musikleben erobert (…) Recht unterschiedlich sind die Charaktere der vier Instrumentalistinnen: Die Geigerin Ivana Pristašová ist eine Powerfrau, die Bratschistin Petra Ackermann eine Vermittlerin, die Cellistin Karolina Öhman die Theatralische und die Pianistin Tamriko Kordzaia das Nervenbündel. Diese Gegensätze haben ein erstaunliches Potenzial inne und erzeugen engagierte und vitale Interpretationen auf hohem künstlerischen Niveau… Thomas Schacher, NZZ (2020)
…Das brillante Mondrian Ensemble öffnet der geschmeidigen Musik mit seinem aufregend fiebrigen Spiel faszinierende Tiefen… Cécile Olshausen, Kulturtipp (2020)
…das fortwährende Umwandeln, Abwandeln und Umbilden von Klangbildern, versehen mit überraschenden Effekten; manchmal laut und deutlich, dann wieder hauchfein eingefädelt, stets auf die spezifischen Möglichkeiten der betreffenden Instrumente abgestimmt.
Es darf festgestellt werden, dass die Mitglieder des «Ensemble Mondrian» jedes auf seine Art es verstand, sowohl im perfekten Zusammenspiel wie im Solo, sich auf feinste Weise einzubringen. Das Publikum wurde gewahr, mit welcher Finesse hier komponiert und musiziert wird und spendete langen Applaus… Kurt Buchmüller, Zofinger Tagblatt (2019)
…Anfangs klang es, als hätten Ivana Pristašová (Violine), Petra Ackermann (Viola) und Karolina Öhman (Violoncello) ihre Instrumente eigenartig gestimmt. Bald hat man sich eingehört, und schon beginnt man sich den ungewohnten klanglichen Reizen hinzugeben.
Das liegt nicht nur an der fabelhaften Pianistin Tamriko Kordzaia, sondern an den drei Streichinstrumenten, die mit ihren minimalen, aber folgenreichen Skordaturen das vermeintlich Richtige in falsches Licht setzen. Ein erheiterndes Vergnügen, vom Mondrian Ensemble mit leichter Hand aufgetischt… Peter Hagmann, Mittwochs um 12 (2019)
Eintritt
http://eventfrog.ch/SIGNS-GAMES-MESSAGES
Sonett! A cappella-Musik zwischen Klassik und Rock
Samstag, 7. November 2026, 19.30 Uhr
E lange Schnuuf!
Das A cappella-Ensemble Sonett feiert 30 Jahre Liebe zur Vokalmusik.
Aus dem Fundus haben wir unsere Lieblingsstücke hervorgeholt, sorgfältig aufgebügelt und freuen uns darauf, sie am 7. November zu präsentieren. Chormusik zwischen Jodel und Queen – feiern Sie mit uns und lassen Sie sich überraschen!
Anschliessend ans Konzert stossen wir an mit unseren Gästen.
Eintritt frei, Kollekte
Konzertreihe tesori della musica
Freitag, 27. November 2026, 20.00-21.15 Uhr
Bach & Händel vielsaitig
Stimme als Instrument, Instrument als Stimme – bekannte Werke in ungewohntem Kolorit
Programmtext
Stimme als Instrument, Instrument als Stimme: eine Schnittstelle zwischen den menschlichen Stimmbändern und dem Reichtum vielsaitiger Instrumente. Historische Aufführungspraxis trifft auf alternative Besetzung historischer Instrumente: Die Resonanzsaiten von Nyckelharpa und Drehleier, die hier Violinen oder Oboen ersetzen, verweben sich mit den zahlreichen Saiten von Barockharfe, Violoncello und Cembalo – ergänzt durch die «Saiten» der menschlichen Stimme, den Stimmbändern.
Im Zentrum des Programms stehen die beiden grossen Meister des Hochbarock: Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Ausgangspunkt des Konzepts ist einerseits die historische Praxis, das zu interpretierende Repertoire für das vorhandene Instrumentarium einzurichten – ein Verfahren, das beide Komponisten vielfach nutzten. Andererseits beruht es auf dem alten Verständnis einer Symbiose von Vokal- und Instrumentalmusik sowie der Idee, dass Instrumente den natürlichen Eigenschaften der menschlichen Stimme möglichst nahekommen sollen.
Vor diesem Hintergrund wird der zweite Sopran-Part in Händels Duett-Kantate „Quel fior“ durch die Nyckelharpa ersetzt – inspiriert von Ganassis Idee eines „sprechenden Soloinstruments“. Zugleich wird in Händels Arie und Chaconne die menschliche Stimme in den instrumentalen Klangkörper integriert – eine bewusst ungewöhnliche Praxis. Dieses Experiment zielt darauf ab, einen neuen Klangraum zu erschliessen und die Stimme von der Bindung an einen festgelegten Text zu emanzipieren.
So erklingen bekannte Werke in einem ungewohnten, vielsaitigen Kolorit.
Ausführende
Julia Kirchner – Sopran, Tobie Miller – Barocke Drehleier, Marco Ambrosini – Nyckelharpa
Caroline Ritchie – Violoncello, Vera Schnider – Barockharfe, Johannes Keller – Cembalo
Eintritt frei, Kollekte (Richtwert CHF 30.-)
Mit freundlicher Unterstützung durch die Abteilung Kultur Basel-Stadt, Hedwig Bachofen-Henn Stiftung und weitere Förderer.
Weitere Informationen unter: www.tesoridellamusica.com
Veranstalter
Verein tesori della musica
St. Alban-Rheinweg 120, 4052 Basel
E-Mail: mail(a)tesoridellamusica.com
Website: www.tesoridellamusica.com
streiffzug
besondere Konzerte
6. besonderes Konzert im Museum Klingental Basel
Freitag 26. Februar 2027 19.30 Uhr
SPOKEN SOUNDS
Egidius Streiff spielt und spricht Musik.
Heidi Baader-Nobs (1940) Escapade (2008)
Jürg Wyttenbach Rondeau (Rabelais) (1993/99)
für sprechenden Geiger“
Giacinto Scelsi (1905 – 1988) Divertimento Nr.3 (1955)
Rico Gubler (1972) Streif(f)lichter einer Morgenstunde (1996)
Max E.Keller (1947) Fern(seh)-Mitleid (2001/10)
Kurt Schwitters (1887 – 1948) UR aus der UR-Sonate für Sprecher (1932)
Bela Bartok (1881 – 1945) Sonate für Violine solo (1944)
Violine spielen, oder Schau-spielen? Das war die Qual der Wahl des Teenagers Egidius. Wirklich verändert hat sich das nicht, wenn auch die Berufswahl des Geigers Egidius Streiff klar musikalisch verankert ist. Doch seit jeh haben Komponist:innen ihm sprachliche Werke zugeeignet, sei es „parlando“ der Eskapaden von Heidi Baader-Nobs, poetischen (Gubler), oder in offensichtlich politischen (Keller) und absurden (Wyttenbach, Schwitters) Szenen. Dagegen seien die beiden hochvirtuosen Geigenstücke von Bartòk und Scelsi gesetzt, die ihrerseits in ihrer Sprachlichkeit nichts vermissen lassen.
In der Hoffnung, das Publikum liesse sich dazu verführen, mehr Musik „zu sprechen“. Nach fulminanten Aufführungen des Divertimento No.2 darf man gespannt sein auf das nächste Kapitel von Streiffs Spiel mit Scelsi! Eine Zusammenarbeit mit Musica Aperta Winterthur anlässlich des 80. Geburtstags von Max E.Keller.
7. besonderes Konzert im Museum
Klingental Basel
Freitag 12. März 2027, 19.30 Uhr, Museum Klingental
«DUETT» Ustwolskaja / Schubert
Egidius Streiff, Violine & Werner Bärtschi, Klavier
Werner Bärtschi und Egidius Streiff spielen seit vielen Jahren auserlesene Duoprogramme. Selten aber ist ein Programm so stringent: Die liebliche, hoffnungsvolle Welt des jungen Schuberts trifft auf die unerbittliche Welt von Galina Ustvolskaya: Der unverfängliche Titel «Duett» soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir hier ein beeindruckendes Zeugnis sowjetischer Kultur hören: Ein Stück klingende Geschichte und eine einzigartige Gelegenheit, diese Werke zu hören.
Franz Schubert (1797 – 1828) Drei Sonaten op. 137/1-3 (1816)Galina Ustvolskaya (1919-2006) Sonate (1952); Duett (1964)
Musiker:innen Egidius Streiff, Violine Werner Bärtschi, Klavier
8.besonderes Konzert Museum Klingental Basel
Freitag 30.April 2027 19.30 Uhr,
„The Lost Sonata“
www.streiffzug.ch
Silvia Carlin & Egidius Streiff
Antonin Dvořák (1841 –1904) Ballade op.10 & romantische Stücke op. 75
Viktor Kalabis (1923 – 2006) Sonate op.post (1948, UA)
Silvestre Revueltas (1899 – 1940) 3 Tänze (1937, EA der neu gefundenen Werke)
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) Sonate in A, op.47
Nach der Einspielung einiger Werke für Violine und Klavier von Viktor Kalabis überreichte Zuzana Ruzičkova zum Dank an Egidius Streiff die Partitur einer unveröffentlichte Sonate von Viktor Kalabis. Es ist eine besondere Ehre, diese zur Veröffentlichung vorbereitet zu haben und erstmals präsentieren zu dürfen. Der Bezug zu experimentell klassischer, naiv romantischer und selbstbewusst moderner Musik steckt das Feld ab, in der sich der junge Kalabis bewegte. Die Schweizer Erstaufführung der drei Tänze von Silvestre Revueltas ist gleichsam ein i-Tüpfelchen neben der Uraufführung dieses wichtigen Werkes aus der Tschechischen Nachkriegszeit.